MOHS-CHIRURGIE

MOHS-CHIRURGIE

Mohs-Chirurgie ist ein dermatochirurgisches Verfahren, mit dem Hauttumoren mit der grösstmöglichen Präzision Entfernt werden können, ohne zu viel gesundes Gewebe opfern zu müssen.
Mit Mohs-Chirurgie werden die besten Heilungsraten und gleichzeitig die kleinsten Exzisionsdefekte und somit besten ästhetischen Resultate erzielt. Als einzigartiges Angebot wird im Dermatologischen Zentrum Zürich sowohl die Exzision als auch die feingewebliche Untersuchung direkt in der Praxis durchgeführt, was für die Patienten den effizientesten und präzisesten Ablauf garantiert.
Die meisten Hautkrebsarten werden standardmässig mit einem gewissen Sicherheitsabstand herausoperiert. Für die häufigste Art von Hautkrebs, das Basalzellkarzinom, wird damit aber in ca. 5% der Fälle nicht der ganze Tumor entfernt und er tritt später wieder auf. Gleichzeitig entstehen durch diesen Sicherheitsabstand teils unnötig grosse Exzisiondefekte, die ästhetisch unbefriedigende Rekonstruktionen erfordern. Mit der Mohs-Chirurgie können diese Resultate deutlich verbessert werden, indem der Tumor nach dem Herausschneiden so aufgearbeitet wird, dass der Dermatochirurg selber den ganzen Schnittrand untersuchen kann, während der Patient wartet. Falls sich an einer Stelle noch Tumor findet, kann dort gezielt nachgeschnitten werden. Erst nachdem sichergestellt ist, dass der Tumor ganz entfernt ist, wird der Defekt verschlossen, in der Regel mit einer Lappenplastik oder einer Hauttransplantation.
ENTWICKLUNG UND VERBREITUNG DER MOHS-CHIRURGIE
Die Methode der Mohs-Chirurgie ist nach dem amerikanischen Chirurgen Frederic Mohs benannt, der an der University of Wisconsin ein ähnliches Verfahren erstmals 1936 beschrieb. Damals wurden die Tumoren im Körper mit Zinkchloridpaste fixiert, exzidiert und dann der gesamte Schnittrand des Exzisates dreidimensional untersucht. Dieses Vorgehen war für die Patienten sehr schmerzhaft und wurde durch einige seiner Schüler modifiziert; die heute gebräuchliche, völlig schmerzfreie Methode mit Kryofixation des Exzisates im Schnellschnitt wurde 1972 von Tromovich und Stegman publiziert. Bei der klassischen Mohs-Chirurgie wird der Tumor mit einem knappen Sicherheitsabstand von 1 bis 2 mm um die klinisch sichtbaren Tumoranteile schüsselförmig exzidiert, und das Exzisat wird mit Kerben im Schnittrand präzise orientiert. Diese Schnittführung erlaubt es, das Exzisat so aufzuarbeiten, dass nach der Verarbeitung im Labor der gesamte seitliche und basale Schnitt¬rand histologisch beurteilt werden kann. Der Dermatochirurg kann sodann diese Schnellschnittpräparate selbst untersuchen. Falls randbildende Tumoranteile vorhanden sind, können diese dank der Markierungen präzise lokalisiert werden und es kann eine Nachexzision im entsprechenden Quadranten durchgeführt werden.
Das Nachexzisat wird wiederum nach dem gleichen Schnellschnittverfahren aufgearbeitet. Dieser Vorgang wird wiederholt, bis tumorfreie Schnitt¬ränder sichergestellt sind. Erst dann wird die Rekonstruktion angeschlossen, die je nach Defektgröße und -lokalistation mit direktem Verschluss, einer Lappenplastik, einer Vollhauttransplantation oder mit offener Wundheilung erfolgt.
In den USA werden heute über ein Drittel aller Operationen von weissem Hautkrebs mit Mohs-Chirurgie durchgeführt. In Europa ist die Methode noch weniger verbreitet, setzt sich aber in vielen Ländern zunehmend durch. Da nebst der Operation auch die histologische Beurteilung des Exzisats durch den Chirurgen ein wichtiger Besatndteil der Mohs-Chirurgie ist, wird sie in der Regel nur von Dermatologen durchgeführt, die in ihrer Ausbildung sowohl chirurgische als auch histologiche Aspekte lernen. Um einen hohen Qualitätsstandard zu garantieren, hat die „European Society for Micrographic Surgery“ (ESMS) genaue Kriterien festgelegt für die Zertifizierung von Mohs-Chirurgen.
HEILUNGSRATEN UND DEFEKTGRÖSSEN
Nach konventioneller Exzision treten Tumoren in 5-20% der Fälle später wieder auf, je nach Art des Tumors und des bei der Exzision gewählten Sicherheitsabstandes. Diese Rezidivtumoren zeigen oft einen aggressiveren Verlauf und ein infiltrativeres Wachstumsmuster. Lokal fortgeschrittene Tumorformen, welche ausgedehnte und für den Patienten belastende Eingriffe notwendig machen, können die Folge sein.
Mit Mohs-Chirurgie exzidierte Tumoren treten dank der lückenlosen Schnitt¬randkontrolle nur in 1 bis 2 Prozent der Fälle später wieder auf. Für Tumoren, welche schon einmal behandelt wurden, betragen diese Raten 4 bis 5 Prozent. Nebst dieser Verbesserung der Rezidivraten kann aber mit Mohs-Chirurgie auch ein deutlich kleinerer Exzisionsdefekt erzielt werden, da für diese Ergebnisse ein kleinerer Sicherheitsabstand gewählt wird. Eine kürzlich veröffentlichte belgische Studie zeigte, dass die Defektrößen nach Mohs-Chirurgie um etwa 20 Prozent kleiner sind als nach konventioneller Exzision. Durch den kleineren Exzisionsdefekt können in der Regel einfachere Rekonstruktionen durchgeführt werden und es resultieren bessere funktionelle und ästhetische Ergebnisse für den Patienten.
WANN IST MOHS-CHIRURGIE SINNVOLL
Aufgrund des zusätzlichen Aufwands, können nicht alle Hautkrebsarten mit Mohs-Chirurgie entfernt werden. Die Mohs-Chirurgie ist besonders dann sinnvoll, wenn es sich um Tumoren handelt, welche ein Wachstumsmuster mit Ausläufern haben, wenn sie klinisch schlecht abgrenzbar sind und wenn aufgrund der Lokalisation des Tumors oder einer notwendigen Lappenplastik die minimale Gewebeentfernung wichtig ist.
INDIKATIONEN FÜR MOHS-CHIRURGIE:
  • Tumoren, die ein infiltratives Wachstumsmuster haben (d.h. mit Ausläufern wachsen)
  • Tumoren, deren Begrenzung schlecht erkennbar ist
  • Stellen, wo es besonders wichtig ist, so wenig Gewebe wie möglich zu entfernen (z.B. Nase, Ohren, Augenlider) oder wo eine Lappenplastik notwendig ist zur Defektdeckung
  • Tumoren, die früher schon einmal entfernt wurden und wieder aufgetreten sind sind
ABLAUF – WAS ERWARTET SIE ALS PATIENT
Der ganze Eingriff wird in Lokalanästhesie durchgeführt und ist nach der Verabreichung einer Spritze im Operationsgebiet ganz schmerzfrei. Da sie wach sind, dürfen Sie vorher auch essen und sollten alle Ihre Medikamente wie gewohnt einnehmen. In der ersten, kurzen Operation wird der Tumor nach der oben beschriebenen Methode entfernt. Die entstandene Wunde wird verbunden und Sie können in einem separaten Warteraum Platz nehmen. Nach 1-2 Stunden hat der Arzt den Tumor mikroskopisch untersucht. Falls noch Tumorreste am Schnittrand gefunden werden, kann in der zweiten Runde dort gezielt nachgeschnitten werden und Sie dürfen wieder auf das Resultat der Untersuchung dieses neuen Gewebstücks warten. Erst wenn kein Tumor mehr gefunden wird, kann der entstandene Defekt verschlossen werden. Dafür wird im letzten Operationsschritt, der etwas länger dauert, in den meisten Fällen ein Stück Haut aus der Umgebung verschoben (Lappenplastik) oder eine Hautverpflanzung durchgeführt.
Da der ganze Ablauf einige Wartezeiten enthält und den ganzen Tag in Anspruch nehmen kann, empfehlen wir Ihnen, vielleicht eine kleine Zwischenverpflegung und etwas Unterhaltung mitzunehmen.
Nach der Operation wird der Verband in der Regel nach 2-3 Tagen erstmals gewechselt. Die Fäden werden nach 8-12 Tagen entfernt. In dieser Zeit sollten Sie keine grösseren körperlichen Aktivitäten planen, baden und Sauna sind verboten. Die Narbe wird am Anfang noch gut sichtbar sein, wird aber in den ersten Monaten immer unauffälliger und ist nach 1-2 Jahren meistens kaum mehr sichtbar. Oft können die Resultate nach einigen Wochen auch noch mit operativen oder Laser-Eingriffen verbessert werden.